Ludwigsburger Jugendleiter mit auf Expedition in Spitzbergen






Vom 25. Juli bis 16. August 2009 ging es für 9 Jugendleiter und einer Jugendleiterin aus Baden-Württemberg in den hohen Norden. Genau gesagt nach Spitzbergen. Über Oslo und Tromsö flog die Truppe zunächst von Frankfurt aus nach Longyearbyen. Dort wurden zwei Tage für letzte organisatorische Dinge wie z.B. einen Gang durchs Museum sowie eine kleine Lektion in Sachen Großkaliberschießen genutzt.

Am Montag brachte ein Touristenschiff die Gruppe in die Petuniabucht, vorbei an der ehemaligen russischen Bergbau-Siedlung "Pyramiden", wo die letzte Zivilisation zurückgelassen wurde. In einem strammen 12-Stunden Marsch ging es zum Hoglantsvaten, dem ersten Lagerplatz. 30 - 40 kg schwere Rucksäcke, unwirtliches Moränengelände und anstrengende Hatscher mit Steigeisen auf nicht-enden-wollenden Gletschern zehrten gewaltig an den Kräften. Erster Kontakt mit der Wildnis war die Entdeckung, dass ein Eisbär wohl 8 von 20 kg Schokolade gefressen hatte, die im Depot in einer Tonne gelagert waren.

Einem Ruhe- und Eingewöhnungstag folgte ein erster Erkundungstrip in Richtung Furystakken, um nach einem möglichen vorgeschobenen Lagerplatz Ausschau zu halten. Für den Lagerumzug musste nicht nur das Gepäck des ersten Tages sondern dazu noch Essen für 10 Personen für 16 Tage mit umgezogen werden. Dazu wurden im Winter bereits zwei Pulkas am Depot hinterlegt, die für den Materialtransport dienen sollten. Feiner Sand, der sich durch die zeitweise hohe Trockenheit auf dem Gletschereis angesammelt hatte, machte das Ziehen der Pulkas jedoch nicht gerade zum Vergnügen. Der Umzug des Lagers nahm einen vollen Tag in Anspruch, wobei 7 Teilnehmer das Lager umzogen, während 3 andere sich bereits an die erste Klettertour wagten: Der Tarantelle, einem markanten Felsbogen oberhalb der Petuniabucht.

Das vorgeschobene Lager wurde am Zusammenfluss des Aktivbreen, Formidablebreen und Mittag- Lefflerbreen unterhalb des Ramsayfjellet errichtet. Für die nächsten 14 Tage hieß es zelten auf Gletscher. Vom Lagerplatz aus wurden dann zahlreiche Fels- und Eistouren erschlossen, nach unseren Informationen alles Erstbegehungen. Bei den einzelnen Touren wurden Kleingruppen gebildet, die sich immer wieder neu formiert haben. So entstand auch unter den Teilnehmern ein reger Austausch.
Wettertechnisch hatte die Gruppe für spitzbergische Verhältnisse großes Glück. Neben einigen Nebelfeldern und ein paar wenigen Tagen Nieselregen hielt sich der Schnee bis zum letzten Tag zurück. Auch die Temperaturen waren mit plus-minus 0°C sehr erträglich. In den Zelten lagen die Temperaturen morgens meistens um die +3°C.

Ohne Unfälle, dafür um zahlreiche unvergessliche Erfahrungen reicher erreichte die Mannschaft nach 16 Tagen in einem 2-Tagesmarsch wieder die Petuniabucht, wo es dann zurück nach Longyearbyen und von da aus mit dem Flugzeug über Oslo zurück nach Frankfurt ging.

Obwohl die gesamte Unternehmung von den Jugendleitern selbst geplant wurde, wäre sie ohne die Unterstützung zahlreicher Sponsoren und Zuschüsse des DAV nicht machbar gewesen. Großer Dank gilt daher dem DAV Ressort Spitzenbergsport sowie unseren zahlreichen Sponsoren. Weitere Informationen und Bilder finden sich im Internet unter www.spitzbergen2009.de
 




Veröffentlicht am:
19:44:00 26.08.2009 von Jochen Reuter

Letzte Aktualisierung
20:30:25 14.03.2010