„Wir pflanzen fürs Klima“
Mehrjähriges „Herzensprojekt“ mit Forstbehörde erzielt auch überregional Aufmerksamkeit

Die Sektion packt für den Klimaschutz richtig mit an: In Kooperation mit dem Fachbereich Wald des Landratsamts forsten wir rund um Vaihingen über vier Hektar auf. Dabei wollen wir für jedes unserer inzwischen über 7500 Mitglieder einen Baum pflanzen. Aus unserer gesellschaftlichen Verpflichtung als DAV ist so ein echtes „Herzensprojekt“ entstanden.

Bei drei mehrtägigen Großeinsätzen mit jeweils bis zu 30 hoch motivierten Mitgliedern sind wir mit genau 7303 Setzlingen dem Ziel schon sehr nahegekommen. Anfang April 2021 hatten wir im Pulverdinger Wald bereits rund 2400 Tulpenbäume und Traubeneichen gepflanzt. Zu Frühjahrsbeginn kamen an den Enzauen auf der Gemarkung Roßwag zunächst noch einmal an die 2700 Eichen hinzu. Weiter ging es bei Ensingen, Gündelbach und Horrheim mit etwa 2200 Douglasien, Elsbeeren und Fichten. Bei 380 davon, die es in einen Steilhang zu pflanzen galt, waren Trittsicherheit, Kondition sowie Teamwork und damit auch alpines Können gefragt. Im Frühjahr 2023 wollen wir mit einer weiteren Pflanzaktion die – bis dahin hoffentlich weiter steigende - Zahl der Mitglieder erreichen. Damit nicht genug, ist das Projekt bis zur Auszäunung auf sieben Jahre angelegt, in der regelmäßig Mulch- und Mäharbeiten zu leisten sind.

Die Idee zum Sektionsprojekt entwickelte sich in Folge des Spätlingsmarkts 2019, bei dem es zum Kontakt zwischen dem Leiter des „Bereichs Wald“, Dr. Michael Nill, und Roland Fischer kam. Gemeinsam hatte man sich zunächst auf ein Vorprojekt verständigt, bei dem ein frisch gepflanztes Waldstück von Brombeerhecken zu befreien und ein weiteres, kleines mit 30 Bäumen zu bestücken war. Es folge eine erste große Gemeinschaftsaktion, bei der wir auf einem benachbarten Gelände etwa 6000 junge Bäume von ihren Wachstumshüllen befreiten. Danach hatten wir die „Probezeit“ mit Bravour bestanden und konnten das Gelände im Pulverdinger Forst für die Bepflanzung frei machen und mit einem etwa 600 m langen Zaun vor Wildverbiss zu schützen.

Die seitens des Forsts ausgewählten Baumarten versprechen eine deutlich höhere Resistenz gegenüber dem zunehmend wärmeren und trockenen Klima in der Region, dem der vormals bestehende Wald zum Opfer gefallen war. Bei der Auswahl der Standorte hatte die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV eine wichtige Rolle gespielt. Und viele Helferinnen und Helfer waren sogar mit Rädern gekommen und hatten so die klimagerechte Anreise mit sportlicher Betätigung verbunden. Die erfreuliche Resonanz der Mitglieder auf den Spendenaufruf 2020 hatte es ermöglicht, die erforderlichen Werkzeuge und Utensilien zu beschaffen.

Eine Bilderstrecke der Aktionen im Frühjahr 2022 findet sich unter Aktuelles:

https://www.alpenverein-ludwigsburg.de/ueber-uns/aktuelles/sektionsprojekt-wir-fuer-unseren-wald-update#c218

 

 

 

Naturerlebnis Klettern in den Hessigheimer Felsengärten

Naturschutzgebiet
Das kleine, aber ökologisch hochwertige Naturschutzgebiet ist ein echtes Stück Wildnis inmitten der Weinberge und Felder Die Felsengärten mit ihren Wänden, Türmen, Felsblöcken und der Schlucht bieten den Besuchern spannende Naturerlebnisse und Einblicke in den Lebensraum Fels.
Die Felsen haben eine interessante geologische Geschichte und bieten seltenen und geschützten Tieren und Pflanzen steinigen Lebensraum. Deshalb sind die Hessigheimer Felsengärten auch ein Natura 2000-Gebiet.

Magerrasen
Die Magerrasen gehören zu den wertvollsten und artenreichsten Lebensräumen des Naturschutzgebiets. Anders als die Felsbiotope sind diese Kulturbiotope erst durch die Nutzung als Schaf- und Ziegenweide entstanden. Im Laufe der Zeit entwickelten sich artenreiche Wiesen mit Wärme liebenden Kräutern: Echter Wundklee, Edel-Gamander, Zarter Lein, Gold-Distel, Kalk-Aster, Dost, Ästige Graslilie und viele mehr. Der Blütenreichtum lockt zahlreiche Schmetterlinge an, beispielsweise Schwalbenschwanz, Schachbrettfalter und Spanische Flagge. In den steinigen Rasen lebt die Zauneidechse von Insekten und anderen Kleintieren. Die Magerrasen und Hecken sind auch Lebensraum von Dorngrasmücke und Nachtigall.

Biotoppflege
Die offenen Flächen sollen erhalten und weiter entwickelt werden. Da die Beweidung der Magerrasen inzwischen aufgegeben wurde, müssen die Flächen regelmäßig gemäht werden. Die Bergwacht organisiert jeden Herbst eine große Biotoppflege, an der sich die Kletterer und die Jugendgruppe der DAV Sektion Ludwigsburg, die Gemeinde Hessigheim sowie weitere ehrenamtliche Helfer beteiligen. Gemäht werden die große und kleine Wiese Richtung Hessigheim, die Flächen oberhalb des Felsabsatzes sowie rechts und links des Wanderweges oberhalb der Felsen. Im Winter wird die Gehölzpflege durchgeführt: Hecken werden zurückgeschnitten und in den Magerrasen aufkommender Jungwuchs wird entfernt.

Helfer willkommen
Wer gerne mal mit anpacken und einen Beitrag zum Naturschutz leisten möchte, kann sich gerne bei uns melden. Helfer sind immer willkommen.

Der DAV will seinen Beitrag zu Schutz und Bewahrung von Natur und Umwelt leisten. Der umweltgerechte und energieeffiziente Hüttenbetrieb ist hier besonders wichtig.

Seit 2004 ist die Ludwigsburger Hütte mit dem Umweltgütesiegel der Alpenvereine ausgezeichnet. Sie wird kontinuierlich unter Rücksichtnahme von Umweltgesichtspunkten modernisiert. Brandschutz- und Rauchmeldeanlage sind auf dem aktuellen Stand der Technik. Die Hütte ist weitgehend energieautark und bezieht sowohl Strom als auch Warmwasser vor allem aus Sonnenenergie.

Seit 2015 wird das gesamte Abwasser vor Ort biologisch geklärt. Die bestehenden Klärgruben wurden mit einem speziellen Wirbelbettverfahren nachgerüstet. Die Nachrüstung war im Vergleich zu anderen Varianten sehr kostengünstig. Die Anlage ermöglicht eine energieeffiziente Abwasserreinigung und belastet somit das Energiesystem der Hütte nicht. Das Wirbelbettverfahren ist eine Entwicklung der Greive Abwassertechnik GmbH. Die Besonderheit des Systems liegt in der Ausführung ohne Vorklärbecken. Es fällt deswegen nur stabilisierter Überschuss-Schlamm an, der leicht zu entwässern ist.